10. Januar 2019

Astaxanthin – viel mehr als nur ein Farbstoff!

Ein Wirkstoff so komplex wie sein Name, dieses Astaxanthin. Es schützt Meeresalgen vor Schäden, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass sich Krebse und Lachse rot färben. Sein Aufbau und seine Wirkweise klassifizieren das Antioxidans als Carotinoid. Damit ist Astaxanthin so etwas wie der große Bruder des bekannten β-Karotins. Ihm werden allerdings etwas andere Funktionen zugeschrieben als der buckligen Verwandtschaft.


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Woher Astaxanthin stammt

Astaxanthin wird zwar in synthetischer Form als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Doch es kommt auch in der Natur vor. Warum also auf künstliche Chemie zurückgreifen, wenn man das gleiche auch aus einer rein natürlichen Quelle haben kann? Denn künstlich hergestelltes Astaxanthin enthält in vielen Fällen einen Mix aus Stereoisomeren. Diese müssen vor der Verstoffwechselung durch deinen Körper in Flüssigkeit gelöst werden. Eine Eigenschaft, die natürliches Astaxanthin nicht aufweist.[EW1] Es gibt Astaxanthin aus natürlichen Quellen ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen. Du musst nur bei den Inhaltsangaben eben darauf achten. Besonders viel davon, etwa 40.000 Anteile des Wirkstoffes pro Million, ist in der Blutregenalge enthalten. Das klingt schlimmer als es ist. Denn die Blutregenalge ist – anders als ihr Name vermuten lässt – eine grüne Süßwasseralge, die zur Rotfärbung neigt. Dafür ist der hohe Gehalt an Astaxanthin verantwortlich. Ebenso in großer Anzahl (ca. 10.000 Wirkstoffanteile pro Million) ist die Verbindung in der Hefe Phaffia vorhanden. Danach folgen Meerestiere wie Eismeershrimps, Krill und Plankton. In der Konsequenz ist Astaxanthin auch in einigen Fischsorten, besonders Lachs, enthalten, die sich von diesen Tierchen und Algen ernähren.


Astaxanthin aus Algen und Hefe für Nachhaltigkeit und Effizienz

Weil es darin in so großer Menge vorkommt, ist Astaxanthin aus Algen besonders hochdosiert. Die Blutregenalge ist außerdem ein sehr schnell nachwachsender und sich vermehrender Astaxanthin-Lieferant. Binnen einer Woche vermag diese Alge sich zu verdoppeln. Dein Nachschub an natürlichem Astaxanthin ist also sichergestellt. Das macht die Algen als Astaxanthin-Lieferanten besonders nachhaltig.

In der Phaffia-Hefe kommt Astaxanthin als 100 Prozent freier, nicht-veresterter Wirkstoff vor. In dieser Form gilt es als besonders vorteilhaft, weil es vom Verdauungstrakt direkt aufgenommen werden kann. Das heißt, dein Körper muss es nicht erst in Flüssigkeit lösen, um es verstoffwechseln zu können, was wiederum bedeutet, dass Astaxanthin aus Hefe besonders effizient ist.


Was ist die Aufgabe von Astaxanthin?

Astaxanthin wird von der Blutregenalge benutzt, um sich vor widrigen Umweltbedingungen zu schützen. Bestrahlt man die Alge mit zu starkem Sonnenlicht oder setzt man sie freien Radikalen aus, die die Zellstrukturen angreifen, bildet sie Astaxanthin, um sich selbst und ihre DNA vor Schäden zu bewahren. Die schädliche Strahlung bzw. die aggressiven Moleküle werden vom Astaxanthin abgefangen, bevor sie die Zelle zerstören können. Somit kann die Alge auch unter schwierigen Bedingungen überleben. Durch die Bildung von Astaxanthin färbt sie sich dabei blutrot und kann damit ein beeindruckendes Naturschauspiel hervorrufen, indem sie ganze Teiche und Tümpel rot verfärbt.

Doch nicht nur für Pflanzen bietet Astaxanthin Vorteile, auch verschiedenen Meerestieren verhilft Astaxanthin zu ihrer charakteristischen Farbe. Lachse, Krabben und Shrimps erhalten ihre Farbe dadurch, dass sie astaxanthinhaltige Algen aufnehmen und ihr Körper das Astaxanthin in Muskelgewebe oder Panzer einlagert. Aber nicht nur aus optischen Gründen wird Astaxanthin gerne dem Fischfutter beigesetzt, es zeigte sich auch, dass es die Fruchtbarkeit und das Wachstum verschiedener Fischarten verbessert.



Wenig Aufmerksamkeit, viel Wirkung

Hattest du, bis du diesen Artikel gelesen hast, schon einmal von Astaxanthin gehört? Nicht? Dann kannst du dir ungefähr vorstellen, wie unbekannt diese Substanz ist, was ihrem vielfältigen Nutzen schlicht und einfach nicht gerecht wird. Denn Astaxanthin sorgt nicht nur für beeindruckende Farben von Tieren und Pflanzen, es hilft diesen auch beim Überleben und beim Wachstum, sodass es deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Es schützt Algen vor einem Übermaß an UV-Strahlung, kann freie Radikale, die dem Wasser zugesetzt wurden, abfangen und damit die Zellstrukturen der Algen schützen. Verschiedene Fischarten unterstützt es beim Wachstum und bei der Vermehrung. Alles in allem ein fleißiger, kleiner Helfer, der völlig zu Unrecht ein Schattendasein fristet.